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Der Staat braucht die private Altersvorsorge

Für eine wertfreie Diskussion spricht sich OECD-Expertin Monika Queisser in Bezug auf die künftige Gestaltung des Pensionssystems aus. Sie sieht die Zukunft in einem Mix aus staatlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge. Für PVA-Generaldirektor Winfried Pinggera kann Österreichs staatliche Pensionsversicherung ein „weltweites Vorzeigemodell“ bleiben – jedoch nur, wenn sie keine sozialpolitischen „Extrawünsche“ erfüllen muss.

Mehr als einmal gerieten private Vorsorgeformen ins Kreuzfeuer der Kritik, etwa der SPÖ oder der Arbeiterkammer (VersicherungsJournal 15.7.2009, 13.10.2009, 6.11.2009). Aktuell zeigt sich das bei der Reform der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge (VersicherungsJournal 10.11.2009, 23.11.2009).

„Mix aus Umlageverfahren und kapitalgedeckter Vorsorge“

Im Rahmen einer Diskussionsrunde in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) haben nun Vertreter aus Politik und Sozialpartnerschaft über die Frage debattiert, wie das „ideale Pensionsportfolio“ der Zukunft aussehen sollte. Dabei kam auch Input von parteipolitisch unverdächtiger Stelle.

Monika Queisser – sie ist Abteilungsleiterin für Sozialpolitik bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – sprach davon, dass die Lebensstandard-Sicherung künftig nur durch eine Aufteilung der Risiken gewährleistet werden könne.

„Die öffentliche Diskussion muss wertfrei geführt werden, ob staatliche, private oder betriebliche Vorsorge besser ist. Jedes dieser Systeme hat Vor- und Nachteile. Die Zukunft der Alterseinkommen liegt in einem Mix aus Umlageverfahren und kapitalgedeckter Vorsorge.“

Anteil der Privatpensionen vergleichsweise unterentwickelt

Queisser verwies in diesem Zusammenhang auf die beträchtlichen Unterschiede innerhalb der OECD. Während in den Niederlanden und in Großbritannien mehr als 40 Prozent des Alterseinkommens aus privaten Ersparnissen gespeist werden, liegt der Anteil in Österreich bei nur vier Prozent.

Damit zählt Österreich gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Ungarn und der Slowakei zur Spitze jener OECD-Länder, in denen staatliche Pensionen weit über 75 Prozent des Alterseinkommens ausmachen. In Österreich sind es über 90 Prozent.

Bereits vor einigen Monaten hatte ein OECD-Report festgehalten, dass alle Formen der Altersvorsorge Risiken und Unsicherheiten verschiedenster Art unterworfen seien. Der Bericht empfahl deshalb eine breite Fächerung der Altersvorsorge als richtige Strategie. Dafür hatte sich die OECD wiederum Kritik der Arbeiterkammer eingehandelt (VersicherungsJournal 29.6.2009).

„Pensionskassen intelligente Ergänzung“

Zustimmung fand Queisser beim Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, Christian Böhm: „Die Pensionskassen stellen nicht den Anspruch, das alleinige Pensionssystem der Zukunft zu sein, sondern eine intelligente Ergänzung zur staatlichen Pension.“

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die durchschnittliche Zusatzpension beträgt 490 Euro pro Monat. Insgesamt veranlagen die 19 Pensionskassen ein Vermögen von 12,4 Milliarden Euro.

Die Performance der Pensionskassen hatte durch die Finanzkrise gelitten, im dritten Quartal 2009 meldeten die Pensionskassen jedoch einen Ertrag von 7,35 Prozent (VersicherungsJournal 7.10.2009).

Keine Extrawünsche

Winfried Pinggera, Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), meinte, dass „das österreichische Umlageverfahren zwar auch in Zukunft ein weltweites Vorzeigemodell bleiben könnte“, aber nur, „wenn die Pensionsversicherung nicht sozialpolitische Extrawünsche erfüllen muss.“

Und weiter: „Leistungen, wie die außerordentliche Erhöhung der ‚Mindestpension’ oder ‚Frühpensionsregelungen’, die nicht über Pensionsbeiträge gedeckt sind, aber aus den selben Töpfen wie die Pensionsversicherung finanziert werden, können langfristig dazu führen, dass die erste Säule der Alterssicherung zu einer Grundsicherung degeneriert.“

Daher ist es jetzt wichtig eine eigene private Altersvorsorge abzuschließen, für weitere Fragen bin ich für sie telefonisch unter der Nummer 0699 17 55 4310 erreichbar.

Gelesen für Sie.

Ahmet Erkal (staatl. Befugter Vermögensberater)

 
 

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